buchempfehlungen

Da die Trennlinie zwischen Literaturproduzenten, -konsumenten und -kritikern nicht immer so leicht zu ziehen ist, seien den geneigten Netznutzern folgende Werke ans Herz gelegt:

Leo Perutz
Sankt Petri Schnee
Perutz wurde 1882 in Prag geboren. Er war Versicherungsmathematiker und phantastischer Schriftsteller. Häufig wird er als deutscher E.A. Poe bezeichnet. Dieses Buch handelt vom Versuch eines Gutsadeligen, mit Hilfe des "St. Petri Schnees" den Gottesglauben zurück in die Welt zu bringen. Eine Weltverbesserung, die in einer Katastrophe endet.
Interessant für Krimifreunde ist von Perutz Der Meister Des jüngsten Tages, eine klassische "Locked-Room-Mystery".

Zadie Smith
Zähne zeigen
Das Debüt der überaus talentierten Engländerin. Es geht um die Geschichte von zwei Einwandererfamilien aus Bengalen und den alltäglichen Wahnsinn in Londons multikulturellen Vierteln, prügelnde Ehefrauen, Zeugen Jehovas und Supermäuse. Eine Gesellschaftsanalyse mit viel Witz und Intelligenz, verpackt in eine Handlung, die schlüssig vom 2. Weltkrieg bis in die Gegenwart reicht.

Martin Suter
Ein perfekter Freund
Der Schweizer Suter ist einer der führenden, wenn nicht der beste deutschsprachige Krimiautor, wobei die englische Bezeichnung "Mystery" auch bei ihm passender wäre.
Der Journalist Fabio erwacht im Krankenhaus und kann sich an die letzten zwei Monate nicht mehr erinnern. Seine Freundin will nichts mehr von ihm wissen, dafür beugt sich eine ihm unbekannte Blondine über sein Krankenbett. Warum hat er seinen Job gekündigt und was war das für eine große Sache, an der er dran gewesen sein soll?

Polina Daschkowa
Russische Orchidee
Wer die Nase von schwedischen Langweilern, amerikanischen Knochensägern und allen Arten von forensischen Psychologen voll hat, dem sei Daschkowa ans Herz gelegt. Erfrischend andere Kriminalliteratur aus dem Osten. Es geht um einen ermordeten, halbseidenen TV-Journalisten, einen 1917 verschollenen Diamanten, den Untergang des alten und die Wirklichkeit des neuen Russlands.
Alle Werke der Autorin sind ausnahmslos lesenwert.

Arturo Perez-Reverte
Die Seekarte
Bekannt wurde Perez-Reverte v.a. mit dem Club Dumas und dem Geheimnis der schwarzen Dame. Die Seekarte ist von der allgemeinen Kritik zu unrecht nicht derart beachtet worden. Dabei hat es alles, was ein modernes Abenteuer braucht: einen einsamen Seemann, eine geheimnisvolle Schöne, eine mysteriöse Seekarte und ein 1767 gesunkenes Schiff mit unbekannter aber offenbar äußerst wertvoller Fracht. Auch alle anderen Bücher des Autors sind sehr gut, aber dieses ist doch das rundeste. Ideal für den Urlaub am Mittelmeer.

Douglas Kennedy
Nachtblende
Der zweite Roman des mittlerweile sehr bekannten und beliebten Amerikaners.
Der erfolgreiche Anwalt Ben Bradford tötet im Affekt den Liebhaber seiner Frau, einen erfolglosen Fotografen. Um der Strafe zu entgehen, tauscht er mit dem Toten die Identität und flüchtet sich als Fotograf in ein neues Leben. Wenn man sieht, mit welcher Leichtigkeit Kennedy Spannung, Unterhaltung, Tiefgang und Sprachfluss verbindet, könnte man neidisch werden. Auch das Nachfolgewerk Der Job ist hervorragend. In letzter Zeit hat Kennedy aber etwas nachgelassen.

Ian Rankin
Ehrensache
Zuguterletzt sei doch noch ein angelsächsicher Krimiautor gewürdigt. Rankin steht seit Jahren regelmäßig in den Bestsellerlisten. Das tun viele, aber er tut es zurecht. Der trinkende Melancholiker John Rebus ist mit seinem schwarzen Humor der perfekte Gegenentwurf zu den gängigen Officers und Inspectors; besser war nur noch der von Robbie Coltrane verkörperte "Fitz". Die Hauptfigur trägt Rankins Werke dermaßen, dass er sich öfter mal Schwächen beim Plot leisten kann. Bei Ehrensache stimmt aber auch die Handlung bis ins letzte Eckchen.

startseite